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Dass die Region um Belleben schon vor 5.000 bis 6.000 Jahren besiedelt war, ist unbestritten. Hiervon zeugen mehrere in den letzten Jahren ausgegrabene Kreisgrabenanlagen sowie weitere archäologische Funde aus und um Belleben, wie z.B. das „Urnengrab von Belleben“ aus dem 3. Jahrhundert v.C., sowie ein römisches Gorgoneion aus einem Urnengrab aus dem 3. Jahrhundert.

Einen Überblick mit den Quellenangaben hierüber finden Sie auf folgender Seite.


Die Geschichte Bellebens

Die Gegend um Belleben war aufgrund der fruchtbaren Böden vermutlich schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Die Existenz Bellebens als „Beineleibe“ belegen schriftliche Aufzeichnungen des Klosters Fuldaaus dem Jahr 744. Die erste urkundliche Erwähnung als „Benaleba“ stammt aus von 21. Mai 876 aus einem Protokoll des Königs Ludwig dem Deutschen mit dem Fuldaer Abt Sigihard. In der Folgezeit gehörte Belleben über Jahrhunderte zum Erzstift Magdeburg unter der Verwaltung der Erzbischöfe von Magdeburg. Die Gerichtsbarkeit über Belleben wechselte im Lauf der Jahrhunderte zwischen verschiedenen adligen Herren. Vom 12. bis ins 17. Jahrhundert waren dies die Herren von Bellebenvon Trothavon Krosigk und von Lochau.

Mit dem Anfall des Erzstifts Magdeburg an Brandenburg-Preußen wurden 1680 die Kurfürsten von Brandenburg (ab 1701 Könige in/von Preußen) neue Landesherren des nun „Herzogtum Magdeburg“ genannten Gebiets. Belleben lag im Norden des nun preußischen Saalkreises. Nach dem Aussterben der Herren von Lochau im Jahr 1684 lag die Gerichtsbarkeit über Belleben bei den Fürsten von Anhalt-Bernburg. Nachdem Fürst Lebrecht von Anhalt-Bernburg (* 1669; † 1727) neben Belleben und dem benachbarten Haus Zeitz das anhaltinische Amt Hoym und die Herrschaften Schaumburg und Holzappel(beide bei Limburg an der Lahn) erworben hatte, wurde dieser Besitz unter der Seitenlinie Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym vereint. Dabei bildete Belleben mit Haus Zeitz, das unter kursächsischerOberhoheit stand,[1] das Fürstlich-Anhalt-Bernburg-Schaumburgische Amt Zeitz.[2][3] Mit dem Frieden von Tilsit wurde das unter preußischer Landeshoheit stehende Belleben im Jahr 1807 dem Königreich Westphalen angegliedert und dem Distrikt Halle im Departement der Saale zugeordnet. Der Ort gehörten zum Kanton Alsleben.[4] Nach der Niederlage Napoleons und dem Ende des Königreichs Westphalen befreiten die verbündeten Gegner Napoleons Anfang Oktober 1813 den Saalkreis. Bei der politischen Neuordnung nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Belleben im Jahr 1816 dem Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen angeschlossen und dem Mansfelder Seekreis zugeordnet.[5] Ab Mitte des 19. Jahrhunderts setzte die Industrialisierung Bellebens ein (1851/66 Bau der Zuckerfabrik, 1871 Anschluss an die Eisenbahn).

Mit der ersten Kreisreform in der DDR wurde Belleben 1950 dem Landkreis Bernburg angegliedert.[6] Durch die zweite Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 kam der Ort zum Kreis Bernburg im Bezirk Halle, der 1990 zum Landkreis Bernburg wurde und 2007 im Salzlandkreis aufging. Piesdorf wurde am 14. Juli 1961 eingemeindet,[7] Haus Zeitz bereits früher mit Auflösung der Gutsbezirke.[8]

Am 1. Januar 2005 erfolgte die Eingemeindung Bellebens in die Stadt Könnern.

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Belleben


Beschreibung Bellebens aus dem Jahr 1785

Belleben liegt an der Grenze der Grafschaft Mansfeld und des Fürstlich Anhalt Dessauschen Amts Sandersleben, und der Straße, auf welcher die Kohlen aus der sächsischen Brandsheide auf die sächsischen Hüttenwerke zu Eisleben und Hettstedt geführt werden, eine Stunde südwestlich von Alsleben, und enthält, mit Inbegrif von 3 Kolonistenwohnungen, 105 Feuerstellen, worunter 2 dienstfreie Höfe, 11 Vollspänner, 3 Halbspänner und 32 kleine Cossäten sind. Die Einwohner besitzen zusammen 2040 Morgen Ackerland, 2 1/2 Morgen zweihauigter Wiesen, 15 Morgen größtenteils aus Weiden bestehender Holzung, 30 Morgen Gärten und einen mit Weiden bepflanzten Gemeinefleck von einem Morgen. Es ist ein Gasthof, eine Wasser- und eine Windmühle hierselbst. Das Dorf gehört zur Gerichtsbarkeit des benachbarten Fürstlich Bernburg. Schaumburgschen Amts Zeitz, und entrichtet, zufolge eines alten Rezesses vom 29sten December 1684, nicht wie gewöhnlich Kontribution, sondern stat dessen ein jährliches Kontingent, welches vierteljährlich an die Kreißkasse zu Halle abgeliefert wird. Der Gerichtsobrigkeit bezahlen die Unterthanen Dienstgeld. Verschiedne Einwohner sind Bergleute. Die hiesige Mutterkirche steht unter dem Patronate der Gerichtsobrigkeit und unter der dritten geistlichen Inspektion des Saalkreises. Im Jahre 1782 war 564 die Seelenzahl, und in den vorhergehenden zehn Jahren sind 232 geboren und 178 gestorben.

Quelle: Ausführliche topographische Beschreibung des Herzogthums Magdeburg und der Grafschaft Mansfeld, Magdeburgischen Antheils,
Johann Ludwig Heineccius, 1. Januar 1785, Decker

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Beschreibung Piesdorfs aus dem Jahr 1785

Piesdorf, ein adliches dem Herrn von Wedell gehöriges Dorf mit einem Ritter gute, liegt eine halbe Meile südwestlich von Alsleben, an der mansfeldschen Grenze, und enthält 17 Feuerstellen, worunter 12 Kabelhäuser sind, deren jedes einen Morgen ritterfreier Aecker und ungefähr ¾ Morgen Gärten besitzt. Zum Rittergute gehören 1110 Morgen Ackerland, 6o Morgen zweihauigter Wiesen, gute Gärten, 24 Morgen Holzung und 9o Morgen Anger, nebst der Gerichtsbarkeit über die Dörfer Piesdorf, Strenz, Nauendorf und Nölben. Die Unterthanen leisten den Rittergut jeder wöchentlich 2 Handdiensttage, und müssen für die Erlaubniß, ihr Vieh auf die herrschaftliche Weide treiben zu dürfen, demselben ein gewisses Weidegeld entrichten. Außer dem wenigen Ackerbaue nähren sich die Einwohner vorzüglich von Handarbeit. Es befindet sich blos eine Kapelle hierselbst, welche zur dritten Inspektion gehört, und als eine filia vagans zwischen Nauendorf und Belleben gerheilt ist. Im Jahre 1782 war 122 die Seelenzahl, und in den letzten zehn Jahren sind 47 geboren und 23 gestorben.

Quelle: Ausführliche topographische Beschreibung des Herzogthums Magdeburg und der Grafschaft Mansfeld, Magdeburgischen Antheils,
Johann Ludwig Heineccius, 1. Januar 1785, Decker

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